Geburt & Geburtsvorbereitungen


Vor der Geburt begleitet man zunächst seine Katze durch die Trächtigkeit. Nachdem ein passender Kater die Katze zur Rolligkeit gedeckt hat, beginnt die lange Zeit des Wartens...
Die Trächtigkeit einer Katze dauert etwa 9 Wochen, also 63 Tage gerechnet ab dem Tag der ersten Deckung. Ab dem 60. Tag sollte man allerdings schon mit der Geburt rechnen und seine Katze genau beobachten - Geburten sind aber auch durchaus noch bis zum 70. Tag möglich und kein Grund zur Sorge.

Trächtigkeitsanzeichen

Es ist nicht zu 100% garantiert, dass eine Katze, trotz erfolgter Deckung, trächtig wird. Deshalb möchte ich hier einige Anzeichen für eine Trächtigkeit beschreiben: Nach der Deckung sollte man sich zunächst nicht wundern, wenn die Katze noch ein paar Tage rollig bleibt - das ist völlig normal. Grundsätzlich ist es aber ein gutes Anzeichen für eine Trächtigkeit, wenn die Katze in den nachfolgenden Wochen nicht wieder rollig wird. Erst ab der 3./4. Woche kann man erste körperliche Veränderungen wahrnehmen: die Zitzen werden größer und erscheinen schon leicht rosa. 

 

Nach etwa 5 Wochen sollte ein Bauchansatz zu sehen sein - bei einem sehr großem Wurf kann man auch schon in der 4. Woche einen größeren Bauch erkennen. In dieser Zeit ist es nun auch möglich, zum Tierarzt zu gehen und sich die Trächtigkeit dort sicher bestätigen zu lassen. Spätestens nach dieser Zeit kann auch eine sogenannte 'Scheinschwangerschaft' ausgeschlossen oder behandelt werden. Oftmals erscheinen trächtige Katzen ruhiger, schlafen mehr als sonst und sind noch anhänglich - pauschalisieren kann man diese Wesensänderung allerdings nicht.

Ist man sich sicher, dass die Katze tragend ist, sollte man sich in den verbleibenden Wochen auf die anstehende Geburt und die Versorgung der Kitten samt Mama vorbereiten. Es ist in jedem Fall sinnvoll, sich für den errechneten Geburtstermin frei zu nehmen, um so die Katze bei der Geburt zu unterstützen und zu überwachen, ob alles seinen Gang geht. In der Regel meistern Katzen ihre Geburt und die Aufzucht der Jungtiere ohne Probleme, aber es kann auch möglich sein, dass man bei bestimmten Schritten unterstützend eingreifen muss.

Geburtsvorbereitungen

Während der Trächtigkeit ist es wichtig, die Katze mit hochwertigem Futter zu versorgen, um die Entwicklung der Kitten bestmöglich zu gestalten - die meisten Katzen haben auch einen erhöhten Futterbedarf. Wir geben unseren werdenden Katzenmuttis schon während der Trächtigkeit Kittenfutter bspw. von Royal Canin oder Sanabelle zu fressen. Zusätzlich kann man Quark, Eier und natürlich Fleisch füttern. Wir haben bei bevorstehenden Geburten zusätzlich auch sehr gute Erfahrung mit homöopathischen Mitteln gemacht, die man entweder direkt mit Vitaminpaste verabreichen kann oder einfach unter das Nassfutter mischt.

 

Folgende Mittel, meist in Form von Globuli, können dabei zum Einsatz kommen:
  • ab ca. einer Woche vor der Geburt: 1x tgl. Caulophyllum D6 morgens und 1x tgl. Pulsatilla D4 abends - sie sorgen für eine gute Durchblutung und Erweiterung der Geburtswege und können eine Fehllage der Kitten im Mutterleib korrigieren
  • ebenfalls einige Tage vor der Geburt sollten Kalkpräparate zugefüttert werden, die nicht nur die Wehentätigkeit fördern, sondern auch noch der lebensbedrohlichen Eklampsie vorbeugen können - wir geben ab dem 60. Trächtigkeitstag (bis zehn Tage nach der Geburt) deshalb 1x tgl. Calcium phosphoricum D30. Eine Eklampsie, also einen Calciummangel, kann man an Muskelzittern, Krämpfen, erweiterten Pupillen und Hecheln erkennen - in diesem Fall sollte man einen Tierarzt aufsuchen, der mit einer Calciumspritze schnell Linderung verschaffen kann.
  • Arnica D30 kann einen Tag vor der errechneten Geburt bis kurz nach dem tatsächlichen Ereignis 1x tgl. gegeben werden - es unterstützt den Kreislauf, kann Blutungen verhindern und wirkt vor allem antiseptisch
  • sollte man merken, dass die Katze nur sehr schwache oder garkeine Wehen hat, kann man Caulophyllum D30 und Calcium phosphoricum D30 im Wechsel alle 30 Minuten verabreichen. Sollte sich dennoch kein Erfolg einstellen, ist ein Gang zum Tierarzt meist unausweichlich um die Wehenschwäche zu behandeln
  • nicht immer hat eine frisch gebackene Katzenmama ausreichend Milch - sollte man einen Milchmangel feststellen, hat sich Lactovetsan bewährt. Diese Tropfen kann man einfach in der Apotheke anfordern.
  • zum Schluss noch ein Hausmittel, dass bei Durchfall der Kitten helfen kann: Milchzucker (gibt es in jeder guten Drogerie und kann unter die Milch gemischt werden)

Ab dem 50. Tag sollte langsam eine vorbereitete Wurfkiste zur Verfügung gestellt werden. Unsere selbstgebaute Wurfkiste, die von unseren Katzen immer sehr gut angenommen wird, seht Ihr weiter unten. Es ist ebenfalls sehr sinnvoll, der Katze einen ihr vertrauten, separaten Raum zur Verfügung zu stellen - er sollte nicht kälter als 20 Grad und vor allem nicht zugig sein. Die Katze zu separieren hat viele Vorteile: Zum Einen sind die Geburtsgegebenheiten beeinflussbar (Temperatur, Zugluft, Wurfkiste) und zum Anderen kann die Katzenmutti ihre Kinder nicht in kalte Ecken verschleppen, auf gefährliche erhöhte Plätze tragen oder gar verstecken.  Besonders wichtig ist das, weil kleine Katzenbabys in den ersten zwei Wochen ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren können und deshalb immer auf die Wärme der Mutter bzw. der Geschwister und der Wurfkiste angewiesen sind. Ab dem 52. Tag kann der Tierarzt auch feststellen, wieviele Kitten die Katzenmutter tatsächlich trägt - entscheidend ist, dass nach der Geburt auch wirkliche alle Kitten geboren sind und auch keine Nachgeburten in der Gebärmutter verbleiben, damit keine Infektionen entstehen.

Geburt

Nun ist es endlich soweit...die Geburt steht kurz bevor. Anzeichen dafür können ein gesenkter Bauch oder Milcheinschuss sein. Die Körpertemperatur der Katze sinkt außerdem einen Tag vor der Geburt um einen Grad, also auf etwa 37/37,5 Grad, ab. Es kann kurz vor der Geburt ein Schleimpfropf abgehen, viele Katzen stellen zudem das Fressen erst einmal komplett ein, sie putzen sich sehr intensiv und erscheinen schon viel unruhiger. Spätestens aber, wenn die ersten Wehen beginnen und sich die Katze lautstark dazu meldet, ist sicher, dass die Geburt beginnt. Jetzt heißt es vor allem eins: nämlich Ruhe bewahren und der Katze die nötige Nähe und Unterstützung geben, die sie braucht. Unsere Matani beispielsweise liebt es während der Geburt gestreichelt zu werden und sucht unsere Nähe, damit sie bei der Geburt nicht allein ist. Peaches hingegen meistert alles souverän allein und möchte möglichst wenig gestört werden.


In den meisten Fällen ist bei der Geburt keine Hilfe nötig, da die Katze instinktiv das richtige macht - das heißt, sie öffnet die Fruchthülle, nabelt das Kitten ab, leckt es trocken und sauber, sodass es sich bald auf den Weg zum Trinken machen kann. Kitten können dabei sowohl mit dem Kopf, als auch mit dem Po zuerst auf die Welt kommen. Wichtig ist, dass neben dem Kitten auch die dazugehörige Nachgeburt abgeht - in der Regel hängt sie an der Nabelschnurr und wird von der Mutter als Nährstoffreserve direkt beim abnabeln gefressen. Am Ende der Geburt, aber spätestens zwei Tage danach, sollten alle Nachgeburten abgegangen sein, da sie sonst in der Gebärmutter zu schlimmen Entzündungen führen und so Mutter und Kitten gefährden können.


Beim Abnabeln sollten ca. 2cm der Nabelschnurr stehen bleiben, damit sich nichts entzünden und kein Nabelbruch entstehen kann. Sollte das Muttertier das Abnabeln nicht übernehmen können Einwegnabelklemmen oder eine wiederverwendbare, chirurgische Nabelklemme Abhilfe schaffen. Beim trocken putzen fangen die Jungtiere meist an das erste mal zu schreien, denn dadurch werden ihre Lebensgeister richtig geweckt - außerdem hilft es zusätzlich die Lungen voll zu entfalten.

 

Sollten später immer noch Knack- oder Rasselgeräusche in der Lunge zu hören sein, kann es sein, dass das Kitten Fruchtwasser verschluckt hat. Auch das kann durch eine Infektion zum Tod eines Kitten führen, deshalb ist es wichtig, dass man solche Kitten entweder 'ausschüttelt' oder 'absaugt'. Beim Ausschütteln muss das Kitten sicher in beide Hände genommen werden, der Kopf muss dabei stabiliert gehalten werden, damit sich das Kitten nicht gar das Genick bricht. Dann muss mit Schwung von oben nach unten geschlagen werden (dabei natürlich nicht das Kitten los- oder fallen lassen), damit das Fruchtwasser sozusagen herausgeschleudert wird. Das Absaugen kann man sich fast wie eine Mund zu Mund Beatmung vorstellen, nur das dabei eben gezogen wird, um das Fruchtwasser aus der Lunge zu bekommen. 


Kommen nun weitere Kitten zur Welt, ist es sinnvoll die Kitten bis die Mutter "fertig" ist, in der Wurfkiste warm und kuschelig beisammen zu halten. Ist die Geburt noch im Gange kann es auch passieren, dass sich die Mutterkatze ausversehen auf ein Junges drauflegt und es im schlimmsten Fall erquetscht, deshalb kann man sie ruhig in sichtbarer Entfernung etwas separieren. Auch hier ist die oberste Priorität die Kitten warm zu halten - bewährt hat sich entweder eine Wärmflasche oder ein Heizkissen. Rotlicht eignet sich eher weniger, weil die Kitten schneller austrocknen können und sollte nur sehr kurz zum Einsatz kommen. Im Normalfall kommen Kitten maximal in einem Abstand von 2 Stunden - es ist aber durchaus möglich, dass 6 Kitten binnen 2 Stunden zur Welt kommen oder aber eine Geburt bis zu 20 Stunden dauern kann. Solange man merkt, dass es der Katze gut geht und sie keine Komplikationen hat, ist weder das Eine noch das Andere bedenklich. Im Ernstfall sollte man aber immer einen guten Tierarzt kontaktieren. Sobald die Geburt vorbei ist, kommen bei der Mutterkatze keinen Wehen mehr, sie wird geschafft sein von der anstrengenden Geburt und sich zu ihren Kitten kuscheln, die ihre erste Milch aus den Zitzen saugen. Die erste Milch wird auch als 'Kolostralmilch' bezeichnet, sie ist besonders wichtig, da sie alle wichtigen Antikörper für eine optimale Immunabwehr enthält. Ratsam ist es, die Kitten zur Geburt auch noch einmal zu Wiegen. Über die Gewichtskontrolle in einem Aufzuchtsprotokoll kann man die Entwicklung eines Kitten kontrollieren und gegebenenfalls helfend eingreifen. Näheres zur Kittenaufzucht und auch zum Aufzuchtsprotokoll finden Sie unter dem Punkt "Kittenaufzucht". Ab jetzt ist es aber erstmal an der Zeit, sich am Anblick der Kitten und der glücklichen Katzenmutti zu erfreuen.



Unsere selbst gebaute Wurfkiste