Herkunft der Bengalkatze


Schon zur Zeit der Pharaonen war es ein Wunsch vieler Menschen, das atemberaubende Aussehen einer Wildkatze mit dem liebevollen Wesen einer Hauskatze zu verbinden. Die Rasse "Bengal" ist allerdings erst seit 1991 eine anerkannte Katzenrasse in der TICA, dem größten Zuchtverein der Welt. Der Grundstein für diese Rasse wurde aber schon Anfang des 20. Jahrhunderts gelegt, als erstmals Asiatische Leopardkatzen (ALC) mit Hauskatzen verpaart wurden. Hier stammt auch der heutige Name der Bengalen her, denn die Asiatische Leopardkatze wird wissenschaftlich Prionailurus bengalensis genannt.

1961 machte die Genetikerin Jean Mill die ersten Kreuzungsversuche mit ihrer  ALC 'Malaysia' und einem schwarzen Hauskater. In den 1970er Jahren startete Prof. Wiliam Centerwall ein Forschungsprogramm in den USA, um herauszufinden, ob die Immunität gegen feline Leukämie von Wildkatzen durch deren Einkreuzung auch auf Hauskatzen übertragbar ist - hierfür nutze er Kreuzungen, also Hybriden, von ALC und Hauskatze. 1980 übernahm Jean Mill schließlich neun dieser weiblichen Hybriden von Prof. Centerwall und entwickelte die Rasse der Bengal. Da in der ersten Generation nur die weiblichen Hybriden fruchtbar sind, suchte Jean Mill nach geeigneten Katern für die weitere Zucht und wurde mit 'Millwood Tory of Delhi schließlich fündig - er ist für den besonderen Glitter im Fell der Bengalen verantwortlich. 

1980 wurde die erste Bengal bei der TICA registriert und 1983 erhält sie den Titel "New Experimental Breed". 1985 stellt Jean Mill zum ersten Mal eine Bengalkatze auf einer TICA Ausstellung vor und präsentiert eine Katze, die das Aussehen einer getupften Wildkatze, aber das zahme Wesen einer Hauskatze besitzt. Seitdem gewinnt die Bengalkatze stetig an Popularität. 1987 wird die Zeichnung "marbled" anerkannt, ein Jahr später gründet sich die "International Bengal Cat Society". 1991 erlangte erstmals eine Bengal den Championship Status - die Rasse ist nun vier Generationen vom Wildtier entfernt und hat sich vollständig etabliert. 1994 werden die Farben 'Seal Lynx Point, Seal Mink Tabby und Seal Sepia Tabby' anerkannt, 2004 kommt schließlich die Farbe 'Silver' dazu. 

2011 waren bei der TICA mehr als 86 000 Bengalkatzen registriert...sie ist damit die weitaus beliebteste Katzenrasse in diesem Verband.

Ziel der heutigen Bengalzucht ist es eine Katze zu züchten, die dem äußeren Erscheinungsbild der wilden ALC so nah wie möglich kommt, aber das sanfte Wesen einer Hauskatze besitzt. Bengalen sind, vorausgesetzt sie stammen aus einer seriösen Zucht mit guter Sozialisierung,  heutzutage keinesfalls wild oder aggressiv. Für Katzenliebhaber bestechen sie anfangs besonders durch ihr atemberaubendes Aussehen, erlangen aber auf den zweiten Blick durch ihren einzigartigen Charakter einen ganz neuen Stellenwert.

Die Asiatische Leopardkatze - der Wildkatzenursprung

Die Asiatische Leopardkatze (Asian Leopard Cat oder kurz ALC), Prionailurus bengalensis, ist eine aus Südostasien stammende Wildkatze, die relativ nah mit unseren Hauskatzen verwandt ist. Die ALC besiedelt nahezu jeden Lebensraum - vom tropischen Regenwald über das Grasland bis hin zu Nadelwäldern und Gebirgen. Sie lebt immer in gewässernähe und ist in Sibirien, Korea, China, Indien, Pakistan und Indonesien zu Hause. Aufgrund der großen Verbreitung gibt es von der ALC zahlreiche Farbvarianten - von eher gelblich im Süden bis hin zu gräulich im Norden. Sie kann getupft sein oder aber Rosetten besitzen. Asiatische Leopardkatzen wiegen zwischen 3 und 7 Kilogramm und erreichen eine Körperlänge von bis zu 150cm, inklusive Schwanz. Sie ist kräftig, muskulös und mit schwarzen Streifen von der Stirn bis zum Nacken gezeichnet. Durch die intensive Jagd auf sie, wegen ihres schönen Fells, hat sich besonders ihr scheuer und misstrauischer Charakter gefestigt, sodass Erfahrungen gezeigt haben, dass größere Wildkatzenarten wie bspw. der Serval leichter zu zähmen sind. Für die Zucht der Bengalkatze wurden daher fast ausschließlich männliche Leopardkatzen verwendet, damit die Jungtiere von einer domestizierten und zahmen Hauskatze aufgezogen und sozialisiert werden. Erst ab der vierten Generation wird schließlich von einer 'Bengal' gesprochen, Tiere bis zur dritten Generation bedürfen einer Haltegenehmigung und sind immer noch sehr scheu und als Haustiere in unserem Sinne meist nicht geeignet.